Büffel
Eignung und Verbreitung der Wasserbüffel:
Mit den Bisons und Rindern gehört der Büffel zu der grossen Gruppe der Rinder. Stammesgeschichtlich haben sich die Rinder und Bisons schon früh von den Wasserbüffeln abgetrennt, sodass unterschiedliche Arten entstanden. So sind Wasserbüffel nicht direkt mit den Hausrinderrassen verwandt und auch nicht miteinander kreuzbar. Weltweit gibt es zurzeit etwa 150 Millionen Büffel. Über 95% davon werden in den Ländern Asiens gehalten. Hier wird er hauptsächlich als Zugtier in den Reisfeldern eingesetzt. Wobei wegen der Mechanisierung die Bedeutung an Milch und Fleisch Gewinnung enorm zunimmt. In Europa werden rund 500 000 Büffel gehalten, vor allem in Rumänien und Italien. 1996 wurden die ersten Tiere von Rumänien in die Schweiz gebracht. Im Emmental gründeten einige Bauern die Büffelgenossenschaft Schangnau. Dort wurden die erste Milch und Käse Produckte hergestellt. In der Schweiz gibt es zurzeit ca. 880 Wasserbüffel auf ca. 56 Betrieben Tendenz steigend (Angaben gemäss TVD).
Artgerechte Haltung:
Der Wasserbüffel gilt wegen seiner hervorragenden Eigenschaften als eindrucksvollstes landwirtschaftliches Nutztier der Erde mit Zukunft. Er zeichnet sich durch seine Robustheit, seine Genügsamkeit in der Haltung und Fütterung, sowie Langlebigkeit und Vielseitigkeit in der Nutzung aus. Büffel können sich von Pflanzen ernähren, die für Rindermägen nahezu unverwertbar sind. Für Wasserbüffel gelten mit einigen Ausnahmen die gleichen IP oder Bio-Vorschriften wie bei Kühen. So dürfen Wasserbüffel im Gegensatz zu Kühen nicht enthornt werden. Büffelkühe können bis 700 kg schwer und 140cm gross werden. Die Kälber kommen nach über 10 Monaten Trächtigkeit mit ca. 30 kg auf die Welt und bleiben ca. 1 Jahr bei der Büffelkuh. Ab dem ersten Tag müssen sie sich in der Gruppe zurechtfinden und ihre Nahrung selbst suchen. Dabei saugen sie die Muttermilch direkt ab dem Euter und ergänzen ihre Mahlzeit schon nach wenigen Tagen mit Gras von der Weide. Die Zwischenkalbzeit beträgt 12-18 Monate. Totgeburten treffen in sehr wenigen Fällen zu, unter 1%. Aufzuchtverluste sowie Muttertierverluste sind praktisch nicht bekannt. Die Büffel besitzen ein ausgeprägtes Sozialsystem. Die Rangordnung ist genau festgelegt. Eine ausgewachsene, kräftige Büffelkuh führt die Herde an. Somit ist eine stressfreie Aufzucht unter natürlichen Bedingungen garantiert, dies ist für uns sehr wichtig. Wasserbüffel fühlen sich wohl, wenn sich der Besitzer mit ihnen abgibt, sie werden dann ziemlich zutraulich. In dieser Hinsicht sind sie sicher sensibler als Kühe. Wir haben das Ziel eine enge Beziehung zu den Tieren aufzubauen. Eine Zusatzfütterung mit Kraftfutter muss nicht erfolgen. Weil sie Gräser und Pflanzen verwerten können, die für Rindermägen nicht verdaubar sind. Die Wasserbüffel werden ca. 20-jährig. Die Kuhkälber werden in der Regel für die Zucht gebraucht, oder wie die Stierkälber mit 18 bis 24 Monaten geschlachtet. Die letzten 3 bis 6 Monate verbringen die Kälber in separaten Gruppen (Weiden). Geschlachtet wird bei Schmid Ueli, Ratzenberg.
Klimatische Gegebenheiten und Fütterungstechnik
Verschiedene Klimazonen mit kaltem Winter und heissen Sommer sind für den Büffel kein Problem. Am Wohlsten fühlt sich der Büffel, wenn er ganzjährig die freie Natur geniessen kann. Definition laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Als Rinder gelten domestizierte Tiere der Rindergattung einschliesslich Yaks und Wasserbüffel (Art. 2 Abs. 3 Buchst. r TSchV ) Unter „dauernder Haltung im Freien“ wird der dauernde Aufenthalt von Haustieren auf einer umzäunten Fläche im Freien verstanden. Die Tiere halten sich dort während 24 Stunden pro Tag auf. Abzugrenzen ist diese Haltungsform von Weidegang bzw. Auslauf, bei dem die Tiere täglich in den Stall gebracht werden oder bei Bedarf kurzfristig eingestallt werden können. Bei uns haben die Tiere nebst grosszügigen Weiden auch viele Eichen und Hochstammbäume und somit genügend Witterungsschutz bei Hitze sowie auch bei Nässe. Bei Bedarf können wir die Tiere jederzeit im Laufstall unterbringen und mit Heu zufüttern. Grundsätzlich kann man davon ausgehen das der Büffel denselben Wasserbedarf hat wie die Hausrinder ca. 30 bis 100 Liter. Die Weiden bei Familie Krebs haben eigene Grundwasser Quellen die direkt mit den Wasserstationen für die Tiere angeschlossen sind. Es kann vorkommen, dass bei extremer Hitze und Trockenheit die Quellen austrocknen. In diesem Fall werden wir ein Tränkefass aufstellen.